{"id":3976,"date":"2022-12-16T14:29:57","date_gmt":"2022-12-16T13:29:57","guid":{"rendered":"https:\/\/grenzarbeit.eu\/venlo\/?p=3976"},"modified":"2022-12-22T14:37:36","modified_gmt":"2022-12-22T13:37:36","slug":"digitale-krankmeldung-ersetzt-gelben-schein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/grenzarbeit.eu\/venlo\/digitale-krankmeldung-ersetzt-gelben-schein\/","title":{"rendered":"Digitale Krankmeldung ersetzt \u201egelben Schein\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Digitalisierung des Krankmeldeverfahrens in Deutschland schreitet voran. Ab Januar 2023 m\u00fcssen Arbeitgeber in Deutschland die Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigung bei der Krankenkasse elektronisch abfragen. Dieses neue Verfahren wirft unter anderem bei Grenzarbeitern aber auch bei ausl\u00e4ndischen Arbeitgebern die Frage auf, welche Konsequenzen das im grenz\u00fcberschreitenden Kontext hat.<\/p>\n<h4>Wohnen in Deutschland, arbeiten in den Niederlanden<\/h4>\n<p>Wer in Deutschland wohnt, und f\u00fcr seinen niederl\u00e4ndischen Arbeitgeber in den Niederlanden arbeitet, braucht eigentlich keinen Krankenschein. Wer krank ist, ruft beim niederl\u00e4ndischen Arbeitgeber an und verabredet die n\u00e4chsten Schritte. Meistens schaltet der Arbeitgeber seinen Arbodienst ein, um die Situation zu besprechen und Ihre Wiedereingliederung zu begleiten.<\/p>\n<p>Dennoch ist es ratsam bei Krankheit auch zum deutschen Hausarzt zu gehen und sich eine Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigung ausstellen zu lassen, damit man einen l\u00fcckenlosen Nachweis \u00fcber die Erkrankung hat. Das ist vor allem dann wichtig, wenn man keinen Arbeitgeber mehr hat aber weiter krank ist und \u201eKrankengeld\u201c vom UWV bekommt.<\/p>\n<p>Die Ausfertigung zur Vorlage beim Arbeitgeber kann auf Wunsch auch auf Papier ausgestellt werden. Dieser \u201eKrankenschein\u201c kann dann beim UWV eingereicht werden.<\/p>\n<p>Mehr Infos zum Krankmeldeverfahren in dieser Grenzg\u00e4ngersituation, finden Sie <a href=\"https:\/\/grenzinfo.eu\/informationen\/arbeiten-im-nachbarland\/wohnen-in-den-niederlanden-arbeiten-in-deutschland\/krankengeld-lohnfortzahlung\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<h4>Wohnen in den Niederlanden, arbeiten in Deutschland<\/h4>\n<p>Das Verfahren f\u00fcr Arbeitnehmer, die in den Niederlanden wohnen, ist anders als f\u00fcr Einwohner Deutschlands. Sie m\u00fcssen sich nicht nur beim Arbeitgeber, sondern auch beim UWV, der Ausf\u00fchrungsinstanz der niederl\u00e4ndische Arbeitnehmerversicherungen, telefonisch krankmelden. Mehr zum Krankmeldeverfahren und die Kontaktdaten vom UWV, finden Sie hier.<\/p>\n<p>Das UWV schickt dem Arbeitnehmer eine schriftliche Best\u00e4tigung der Krankmeldung. Diese k\u00f6nnen sie dem Arbeitgeber als Krankenschein vorlegen ebenso wie die eventuelle schriftliche Einladung vom UWV f\u00fcr einen Besuch beim UWV-Arzt. Das UWV sendet in der Folge die Formulare auch an die deutsche Krankenkasse. Ebenso wie bei Privatversicherten gilt auch hier die Ausnahme, dass sie weiterhin selbst beim Arbeitgeber die entsprechenden Dokumente vorlegen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wer einen niederl\u00e4ndischen Arbeitgeber hat, f\u00fcr den er in Deutschland arbeitet: Hier h\u00e4ngt das Krankmeldeverfahren vom gew\u00e4hlten Arbeitsrecht und das anzuwendende Sozialversicherungsrecht ab.<\/p>\n<h4>Warum \u00fcberhaupt Krankenschein?<\/h4>\n<p>In Deutschland brauchen Arbeitnehmer eine Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigung (auch Krankenschein oder \u201egelber Schein\u201c) vom Arzt, wenn sie aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden nicht arbeiten k\u00f6nnen. Die Niederlande kennen eine derartige Bescheinigung nicht. Hier ist der Arbeitgeber zust\u00e4ndig f\u00fcr die Wiedereingliederung im Arbeitsleben und hat einen Arbodienst (vergleichbar mit einem Betriebsarzt), der pr\u00fcft ob, wann und wie der Arbeitnehmer arbeiten kann.<\/p>\n<h4>Wie funktioniert der neue elektronische Krankenschein?<\/h4>\n<p>Die elektronische Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigung \u2013 die eAU \u2013 gibt es ab Januar 2023 nur noch digital. Sie soll den Beteiligten die Krankmeldung erleichtern. \u201eErkrankte Besch\u00e4ftigte m\u00fcssen sich nicht mehr selbst um die Zustellung der Krankschreibung zur Krankenkasse und zu ihrem Arbeitgeber k\u00fcmmern\u201c, schreibt zum Beispiel die BARMER Krankenkasse auf ihrer <a href=\"https:\/\/www.barmer.de\/firmenkunden\/sozialversicherung\/elektronische-arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung-1057470\">Internetseite<\/a>.<\/p>\n<p>Aus drei mach eins: Noch vor ein paar Monaten gab es vom Arzt oder der \u00c4rztin der Ausf\u00fchrungen des Krankenscheins \u2013 f\u00fcr die Krankenkasse, den Arbeitgeber und die erkrankte Person. Die Krankenkassen bekommen die Krankmeldung bereits elektronisch. Ab Januar gibt es auch keinen Ausdruck mehr f\u00fcr den Arbeitgeber. Der Arbeitgeber muss dann den Nachweis selbst bei der zust\u00e4ndigen gesetzlichen Krankenkasse des Besch\u00e4ftigten abfragen. F\u00fcr Arbeitnehmer, die privat versichert sind, funktioniert das Verfahren \u00fcbrigens nicht. Alle krankgeschriebenen Patienten bekommen au\u00dferdem weiterhin einen ausgedruckten Krankenschein f\u00fcr die eigenen Unterlagen mit (mit Diagnose).<\/p>\n<p>Die Arztpraxis meldet der gesetzlichen Krankenkasse elektronisch, dass der oder die Patientin arbeitsunf\u00e4hig erkrankt ist. Diese Meldung kann sofort oder aber auch erst gesammelt am Abend abgeschickt werden. Es macht daher Sinn, wenn der Arbeitgeber erst einen Tag nach dem Arztbesuch, die eAU bei der Krankenkasse abfragt.<\/p>\n<p>Das eigentliche Krankmeldeverfahren beim Arbeitgeber bleibt gleich: Besch\u00e4ftigte m\u00fcssen sich weiterhin direkt beim Arbeitgeber krankmelden und ihn \u00fcber Beginn und Dauer der Arbeitsunf\u00e4higkeit informieren. Der deutsche Arbeitgeber kann dann bei gesetzlich Versicherten die eAU entsprechend abfragen. Privatversicherte k\u00f6nnen sich die Arbeitgeberbescheinigung in ihrer Arztpraxis ausdrucken lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Digitalisierung des Krankmeldeverfahrens in Deutschland schreitet voran. Ab Januar 2023 m\u00fcssen Arbeitgeber in Deutschland die Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigung bei der Krankenkasse elektronisch abfragen. Dieses neue Verfahren wirft unter anderem bei Grenzarbeitern aber auch bei ausl\u00e4ndischen Arbeitgebern die Frage auf, welche Konsequenzen das im grenz\u00fcberschreitenden Kontext hat. 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